A commentary in a Viennese district paper on a traffic-calming plan around a primary school. The author carefully separates claims from facts — with soll, will, dürfte and könnte.
Kommentar: Bürgerbeteiligung oder Scheinbeteiligung? — Von Andrea Pichler
Seit Monaten wird im Bezirk über das geplante Supergrätzl rund um die Volksschule debattiert: weniger Durchzugsverkehr, mehr Bäume, eine Begegnungszone vor dem Schultor. Im Frühjahr lud die Bezirksvorstehung zu drei Workshops ein, an denen sich laut Bezirk über 600 Anrainerinnen und Anrainer beteiligt haben.
How many residents took part in the workshops, according to the district?
Over 600 Twelve Three
Nun ist ein internes Papier aufgetaucht. Demnach sollen die Pläne schon vor dem ersten Workshop fertig gewesen sein. Die Opposition spricht von „Scheinbeteiligung“ und fordert eine Volksbefragung. Die Bezirksvorsteherin will das Papier nie gesehen haben; es handle sich um einen frühen Entwurf eines Planungsbüros.
What does the internal paper suggest?
The plans were finished before the first workshop The workshops were cancelled The school will close
Was stimmt? Dass ein Planungsbüro Varianten vorbereitet, ist normal — ohne Entwurf lässt sich schlecht diskutieren. Schwerer dürfte wiegen, dass die Ergebnisse der Workshops kaum in den Plan eingeflossen sind: Von den zwölf Vorschlägen der Anrainer findet sich gerade einer im aktuellen Plan.
What does the author consider more serious?
Hardly any of the residents' proposals made it into the plan That a planning office drew up drafts That the opposition wants a vote
Eine Volksbefragung könnte das Vertrauen zurückbringen — oder das Projekt endgültig begraben. Eines ist aber sicher: Wer Bürgerbeteiligung verspricht, muss sie auch ernst meinen. Sonst muss sich niemand wundern, wenn bei der nächsten Wahl noch weniger Menschen ihre Stimme abgeben.
What is the author's conclusion?
Whoever promises participation must mean it The project must be stopped Referendums are dangerous