A science feature from a Viennese weekly: low water, warm water, floods — what the climate crisis means for the Danube. Watch the passive in all its forms: with modal verbs, in every tense, and as a state.
Wer an einem Sommerabend auf der Wiener Donauinsel spazieren geht, sieht einen Fluss, der ruhig und scheinbar unerschöpflich dahinfließt. Doch der Eindruck täuscht. Die Donau, mit rund 2.850 Kilometern der zweitlängste Strom Europas, steht unter erheblichem Druck. Extreme Niedrigwasserphasen, steigende Wassertemperaturen und schwere Hochwasser haben in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Fachleute sind sich weitgehend einig, dass diese Entwicklung durch den Klimawandel verstärkt wird.
Besonders deutlich wird das an den Pegelständen. Seit weit über hundert Jahren wird der Wasserstand an mehreren Messstellen entlang der österreichischen Donau regelmäßig erfasst. In heißen, trockenen Sommern sinkt er inzwischen so stark, dass die Schifffahrt eingeschränkt werden muss. Frachtschiffe können dann nur noch einen Teil ihrer Ladung transportieren; in manchen Jahren musste der Verkehr auf einzelnen Abschnitten sogar vorübergehend eingestellt werden. Für die Wirtschaft, die auf den Fluss als günstigen Transportweg angewiesen ist, bedeutet das erhebliche Kosten. Auch in den Laufkraftwerken, die einen beträchtlichen Teil des österreichischen Stroms liefern, sinkt bei Niedrigwasser die Produktion.
What happens to shipping in hot, dry summers?
It has to be restricted and is sometimes even stopped It increases Nothing changes
Zugleich nimmt die Gefahr von Hochwassern zu. Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, weshalb Starkregenereignisse häufiger und heftiger ausfallen. Die verheerenden Überschwemmungen der Jahre 2002 und 2013 sind vielen Menschen in Niederösterreich noch in lebhafter Erinnerung. Damals wurden ganze Ortschaften evakuiert, Straßen und Bahnstrecken waren tagelang gesperrt. Auch im September 2024 wurden nach tagelangem Dauerregen in Niederösterreich zahlreiche Gemeinden überflutet. In Wien hielt der Hochwasserschutz an der Donau stand – nicht zuletzt dank der in den Siebziger- und Achtzigerjahren angelegten Neuen Donau, die bei Hochwasser als Entlastungsgerinne dient.
Why did Vienna's flood defences on the Danube hold?
Thanks to the New Danube, which serves as a relief channel Because Vienna lies on a hill Because the floods were only in Germany
Weniger sichtbar, aber ökologisch ebenso bedeutsam ist die Erwärmung des Wassers. Viele heimische Fischarten sind auf kühles, sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Für den Huchen, den sogenannten Donaulachs, kann bereits ein Anstieg um wenige Grad zum Problem werden. Hinzu kommt, dass der Fluss über weite Strecken begradigt und durch Kraftwerke aufgestaut worden ist. Natürliche Lebensräume wie Seitenarme und Schotterbänke, in denen Fische laichen könnten, sind vielerorts zerstört.
Why is warmer water a problem for the Huchen?
It depends on cool, oxygen-rich water It needs warm water to spawn It only lives in lakes
Dass es auch anders geht, zeigt der Nationalpark Donau-Auen östlich von Wien. Das Gebiet wäre in den Achtzigerjahren beinahe einem Kraftwerksprojekt zum Opfer gefallen; erst nach massiven Protesten wurde der Bau gestoppt. Heute gilt die Au als eine der letzten großen Flusslandschaften Mitteleuropas. In den vergangenen Jahren sind dort zahlreiche Seitenarme wieder an den Hauptstrom angebunden und Uferbefestigungen entfernt worden. Die Ergebnisse werden von Biologinnen und Biologen genau beobachtet – und fallen bislang ermutigend aus.
What happened in the Donau-Auen in the 1980s?
A power-plant project was stopped after mass protests A national park was closed A bridge was built
Ob solche Maßnahmen ausreichen, ist allerdings umstritten. „Renaturierung allein kann die Folgen der Erderwärmung nicht aufheben“, gibt der Gewässerökologe Dr. Stefan Lindner zu bedenken. „Die eigentliche Ursache muss an anderer Stelle bekämpft werden – durch eine drastische Reduktion der Treibhausgasemissionen.“ Viele der heute diskutierten Schutzmaßnahmen hätten nach Ansicht von Fachleuten bereits vor Jahrzehnten umgesetzt werden müssen.
What does Dr Lindner say about restoring the river?
On its own it can't cancel out the effects of global warming It solves every problem It is too expensive
Für die kommenden Jahrzehnte wird jedenfalls mit weiteren Veränderungen gerechnet. Modellrechnungen deuten darauf hin, dass Niedrigwasser im Sommer häufiger auftreten werden, während im Winter mehr Niederschlag als Regen statt als Schnee fällt. Für die Anrainerstaaten bedeutet das, dass Hochwasserschutz, Schifffahrt und Naturschutz künftig stärker gemeinsam geplant werden müssen. Schon jetzt wird in mehreren Projekten erprobt, wie Flussauen als natürliche Rückhalteflächen genutzt werden können, um Hochwasserspitzen abzufangen und zugleich wertvolle Lebensräume zu schaffen. Die Donau, die durch zehn Länder fließt, ist schließlich kein nationales, sondern ein europäisches Gut.