A feature from the careers pages of a Viennese weekly: how to lead a team in which baby boomers and Generation Z work side by side. Formal register, full of Funktionsverbgefüge — find the simple verb behind each one.
In kaum einer Epoche haben so viele Generationen gleichzeitig zusammengearbeitet wie heute. In vielen Unternehmen sitzen Babyboomer, die kurz vor der Pension stehen, neben Berufseinsteigern der sogenannten Generation Z, die ab Mitte der Neunzigerjahre geboren wurden. Dazwischen stehen die Generation X und die Millennials, die heute einen Großteil der Führungspositionen innehaben. Für Führungskräfte stellt diese Vielfalt eine erhebliche Herausforderung dar – und zugleich eine große Chance. Bis zum Ende des Jahrzehnts wird die Generation Z bereits einen beträchtlichen Teil der Belegschaft stellen.
Why is leading a team a particular challenge today?
So many generations work together at the same time There are too few workers Everyone works from home
Glaubt man populären Ratgebern, sind die Unterschiede gewaltig: Ältere Beschäftigte legten Wert auf Sicherheit und Loyalität, jüngere forderten Sinn, Flexibilität und ständiges Feedback. Die Arbeitspsychologin Dr. Martina Holzer warnt jedoch davor, solchen Klischees allzu viel Bedeutung beizumessen. „Die Unterschiede innerhalb einer Generation sind oft größer als die zwischen den Generationen“, gibt sie zu bedenken. „Wer Menschen in Schubladen steckt, trifft schlechte Entscheidungen.“
What does Dr Holzer warn against?
Attaching too much importance to generational clichés Hiring young people Giving feedback
Tatsächlich zeigen Studien, dass sich die grundlegenden Bedürfnisse kaum unterscheiden. Menschen jeden Alters wünschen sich Anerkennung, faire Bezahlung und eine Arbeit, die sie als sinnvoll erleben. Unterschiedlich sind vor allem die Lebensphasen. Eine junge Mutter nimmt flexible Arbeitszeiten anders in Anspruch als ein Kollege, der seine pflegebedürftigen Eltern betreut, oder eine Berufseinsteigerin, die nebenbei ein Masterstudium absolviert. Hinzu kommt, dass sich Prioritäten im Laufe eines Berufslebens verschieben: Wer mit fünfundzwanzig Karriere machen will, setzt mit fünfzig womöglich ganz andere Schwerpunkte.
What really differs between employees, according to studies?
Their phases of life Their basic needs Their intelligence
Was bedeutet das für die Führung? Holzer rät, regelmäßig Gespräche zu führen und die individuellen Erwartungen der Mitarbeitenden in Erfahrung zu bringen, statt Annahmen über ganze Altersgruppen zu treffen. Außerdem empfiehlt sie, Wissen gezielt zwischen den Generationen auszutauschen. Ein bewährtes Instrument ist das sogenannte Reverse Mentoring: Jüngere Beschäftigte unterstützen erfahrene Kolleginnen beim Umgang mit neuen digitalen Werkzeugen und profitieren umgekehrt von deren Erfahrung und Netzwerken. Wichtig sei, dass solche Programme auf Freiwilligkeit beruhen und von der Geschäftsleitung ausdrücklich unterstützt werden.
What is reverse mentoring?
Younger staff help experienced colleagues with digital tools and learn from their experience Managers mentor interns Only older staff train younger ones
Konflikte lassen sich dennoch nicht immer vermeiden. Häufig entzünden sie sich an Fragen der Kommunikation. Während manche ältere Beschäftigte wichtige Angelegenheiten lieber persönlich zur Sprache bringen, ziehen jüngere Kurznachrichten vor. Was die einen als effizient betrachten, empfinden die anderen als unhöflich. Auch unterschiedliche Vorstellungen von Erreichbarkeit nach Feierabend führen immer wieder zu Missverständnissen. Führungskräfte sollten solche Spannungen frühzeitig zur Kenntnis nehmen und gemeinsam mit dem Team Regeln vereinbaren, statt eine Seite zu bevorzugen.
Where do conflicts often flare up?
In communication — talking in person versus short messages In pay negotiations In the canteen
Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Übergang in den Ruhestand. Wenn langjährige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, geht oft wertvolles Erfahrungswissen verloren. Vorausschauende Betriebe treffen deshalb rechtzeitig Vorkehrungen: Sie planen Übergabephasen ein, in denen ältere und jüngere Beschäftigte eine Zeit lang gemeinsam an Projekten arbeiten. Dadurch bleibt nicht nur Wissen erhalten, es entsteht auch gegenseitiger Respekt. Manche Firmen bieten zudem Modelle an, bei denen Pensionistinnen und Pensionisten weiterhin in Teilzeit zur Verfügung stehen, wenn sie dies wünschen.
How do forward-looking firms keep knowledge when people retire?
With handover phases in which old and young work together By forbidding retirement Only by writing manuals
Am Ende, so Holzer, komme es weniger auf das Alter als auf die Kultur eines Teams an. Wo Fehler offen angesprochen werden dürfen, wo Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden und wo alle ihre Meinung zum Ausdruck bringen können, spielt das Geburtsjahr eine untergeordnete Rolle. „Gute Führung“, sagt sie, „nimmt Rücksicht auf Unterschiede, ohne sie zu überhöhen.“ Ein Satz, der wohl für alle Generationen gleichermaßen Gültigkeit besitzt.