A portrait from a Cologne city magazine's series on neighbourhoods: Mülheim, on the right bank of the Rhine. Watch the relative clauses — wo, was, dessen, deren and a preposition before the relative pronoun.
Für viele Kölnerinnen und Kölner, die auf der linken Rheinseite wohnen, beginnt hinter dem Fluss die „Schäl Sick“ – die falsche Seite. Wer so redet, war vermutlich noch nie an einem Sommerabend in Mülheim. Das Viertel, dessen Geschichte als eigenständige Stadt erst 1914 endete, ist heute eines der lebendigsten in Köln. Hier trifft Industriegeschichte auf Einwanderung, Hafenromantik auf Kreativszene.
What is the „Schäl Sick“ for people on the left bank?
The wrong side of the Rhine The old town A famous bridge
Unser Spaziergang beginnt an der Keupstraße, wo man sich für einen Moment wie in Istanbul fühlen kann. Seit den Sechzigerjahren haben sich hier viele Familien aus der Türkei niedergelassen, die damals als sogenannte Gastarbeiter in die Kölner Fabriken kamen. Heute reihen sich Bäckereien, Juweliere, Friseure und Restaurants aneinander. Es duftet nach frischem Simit und gegrilltem Fleisch. „Alles, was man zum Leben braucht, bekommt man auf dieser Straße“, sagt Ayşe Demir, deren Eltern hier vor fünfzig Jahren eine Bäckerei eröffnet haben.
Who settled in Keupstraße from the 1960s on?
Families from Turkey who came as guest workers Artists from Berlin Students
Nur wenige Minuten entfernt liegt das Carlswerk, eine ehemalige Kabelfabrik, deren rote Backsteinhallen das Viertel über hundert Jahre geprägt haben. Wo früher Tausende Arbeiter Kabel herstellten, gibt es heute Büros, Fernsehstudios und ein Theater. Die Mischung aus alten Mauern und neuen Ideen zieht vor allem junge Menschen an, für die die Mieten in der Innenstadt längst zu teuer geworden sind.
What is in the old cable factory today?
Offices, TV studios and a theatre A shopping centre Student flats
Genau das ist allerdings auch das Problem, über das im Viertel viel diskutiert wird. Seit einigen Jahren steigen die Mieten auch in Mülheim. Alteingesessene Bewohner, deren Familien seit Generationen hier leben, fürchten, dass sie sich ihre Wohnungen bald nicht mehr leisten können. „Wir freuen uns über jeden, der kommt“, sagt Ayşe Demir. „Aber das Veedel darf seine Seele nicht verlieren. Das, was Mülheim ausmacht, sind die Menschen.“
What are long-established residents afraid of?
That they won't be able to afford their flats That the shops will close That the theatre will be too loud
Wer eine Pause braucht, geht hinunter zum Rhein. Am Mülheimer Ufer, von dem aus man bis zum Dom sehen kann, sitzen an warmen Tagen Familien auf den Wiesen, Jugendliche spielen Fußball, und auf dem Wasser ziehen langsam die Frachtschiffe vorbei. Am Hafen gibt es ein paar kleine Lokale, in denen man ein kühles Kölsch trinken kann, während die Sonne hinter der Stadt untergeht.
What can you see from the Mülheim riverbank?
The cathedral The airport The mountains
Abends verwandelt sich Mülheim noch einmal. In den alten Hallen finden Konzerte statt, in den Kneipen an der Frankfurter Straße wird über Fußball gestritten, und in den Hinterhöfen treffen sich Nachbarn zum Grillen. Es gibt Ecken, die nicht schön sind, und Straßen, in denen es laut ist. Aber vielleicht ist es gerade das, was viele hier lieben: Mülheim ist nicht perfekt, sondern echt.
Am Ende unseres Spaziergangs fragen wir Ayşe Demir, was sie Besuchern empfehlen würde. Sie überlegt kurz. „Kommen Sie an einem Samstag, essen Sie auf der Keupstraße, laufen Sie zum Rhein und bleiben Sie, bis es dunkel wird“, sagt sie. „Dann verstehen Sie, warum ich nie auf der anderen Seite wohnen möchte.“