A feature from a Cologne newspaper: how much of your dealings with the authorities can be done online — and where it still sticks. Watch the ways of saying what can or must be done without werden: lässt sich, -bar, ist zu + infinitive.
Wer in Deutschland einen neuen Reisepass braucht, das Auto ummelden oder Elterngeld beantragen möchte, muss oft noch persönlich im Amt erscheinen. Dabei sollte alles längst anders sein: Nach einem Gesetz aus dem Jahr 2017 sollten bis Ende 2022 fast sechshundert Verwaltungsleistungen auch online angeboten werden. Dieses Ziel wurde deutlich verfehlt. Doch inzwischen tut sich etwas – auch in Köln. Wir haben getestet, was sich heute schon vom Sofa aus erledigen lässt.
What did a law from 2017 require?
Almost 600 services to be online by the end of 2022 All offices to open on Saturdays A new ID card for everyone
Die gute Nachricht zuerst: Eine ganze Reihe von Anträgen ist inzwischen problemlos digital machbar. Ein Bewohnerparkausweis lässt sich online beantragen und bezahlen, ebenso eine Meldebescheinigung oder ein Führungszeugnis. In vielen Städten kann man außerdem den Umzug elektronisch melden. Wer einen Termin im Bürgeramt braucht, bucht ihn ohnehin online. Die meisten Formulare sind rund um die Uhr erreichbar, auch am Wochenende.
Which of these can already be done online?
Applying for a residents' parking permit Getting a new passport Every service
Der Schlüssel zu vielen dieser Dienste ist der Personalausweis. Er besitzt eine Online-Funktion, mit der man sich im Internet sicher ausweisen kann. Dafür braucht man eine PIN und ein Smartphone, das den Ausweis lesen kann. Das klingt einfach, ist aber für viele eine Hürde: Wer seine PIN vergessen hat, muss eine neue anfordern. Und genau dafür ist – ironischerweise – oft ein Besuch im Amt nötig.
What is ironic about a forgotten PIN?
You often have to go to the office to get a new one It can never be changed It costs a lot of money
Nicht alle Probleme sind technischer Natur. Viele Online-Formulare sind kaum verständlich, weil sie einfach aus Papierformularen übernommen wurden. „Die Digitalisierung ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vor allem eine Frage der Sprache“, sagt die Verwaltungswissenschaftlerin Dr. Mira Hoffmann. „Ein Antrag, der sich nur mit einem Jurastudium ausfüllen lässt, ist nicht benutzerfreundlich – egal, ob er auf Papier oder auf dem Bildschirm steht.“
Why are many online forms hard to use, according to Dr Hoffmann?
They were copied from paper forms and are hard to understand They are only in English The servers are slow
Hinzu kommt der Datenschutz. Die Ämter dürfen Daten nicht ohne Weiteres untereinander austauschen. Für die Bürger bedeutet das: Dieselben Informationen sind oft mehrfach anzugeben, obwohl der Staat sie längst kennt. Experten fordern deshalb, dass Bürger ihre Daten nur noch einmal angeben müssen – wenn sie zustimmen. In Ländern wie Estland oder Dänemark ist das seit Jahren üblich.
What do experts demand?
That citizens give their data only once, if they agree That all data is deleted That offices stop using computers
Und was ist mit den Menschen, die kein Smartphone haben oder sich mit Technik schwertun? Gerade ältere Menschen fühlen sich von der Entwicklung oft abgehängt. Viele Städte betonen deshalb, dass alle Leistungen weiterhin auch persönlich erreichbar bleiben sollen – niemand solle gezwungen werden, online zu gehen. Außerdem bieten manche Bibliotheken inzwischen Sprechstunden an, in denen bei digitalen Anträgen geholfen wird.
Unser Fazit nach dem Test: Vieles ist besser als sein Ruf, manches ist noch umständlich, und einiges ist schlicht unbrauchbar. Wer gut vorbereitet ist, kann sich heute manchen Behördengang sparen. Unser Tipp: Aktivieren Sie die Online-Funktion Ihres Ausweises, bevor Sie sie dringend brauchen. Und notieren Sie die PIN an einem sicheren Ort – das lässt sich nämlich nicht online nachholen.