A feature from a Cologne city magazine: why Germans are said to be bad at small talk, what a communication coach advises — and the little words that make it work.
„Und, was machen Sie so beruflich?“ Für viele Menschen beginnt mit dieser Frage ein kleiner Albtraum. Ob auf einer Party, beim Firmenjubiläum oder im Aufzug mit der neuen Kollegin: Small Talk gilt in Deutschland als ungeliebte Pflicht. Im Ausland haben die Deutschen sogar den Ruf, am liebsten sofort zur Sache zu kommen. Stimmt das? Und kann man lockeres Plaudern eigentlich lernen?
What reputation do Germans have abroad?
They like to get straight to the point They talk too much They are very good at small talk
„Natürlich kann man das lernen“, sagt die Kommunikationstrainerin Miriam Okonkwo, die seit zwölf Jahren Seminare in Köln gibt. „Die meisten Leute denken halt, Small Talk sei oberflächlich und deshalb Zeitverschwendung. Dabei ist das Gegenteil der Fall. In den ersten Minuten eines Gesprächs entscheiden wir, ob wir jemandem vertrauen. Wer da schweigt oder sofort über Zahlen redet, verschenkt eine Chance.“
Why is small talk not a waste of time, according to Ms Okonkwo?
In the first minutes we decide whether we trust someone It helps you earn more It's polite to talk about figures
Ihr wichtigster Tipp klingt banal: Fragen stellen und wirklich zuhören. „Fragen Sie doch einfach nach etwas, das Sie gerade gemeinsam erleben“, rät sie. „Das Essen, der Ort, die Veranstaltung. ‚Kennen Sie den Gastgeber eigentlich schon lange?‘ ‚Das ist ja ein toller Saal hier!‘ Solche Sätze sind harmlos und öffnen trotzdem die Tür.“ Tabu seien dagegen Gehalt, Gewicht, Krankheiten und – zumindest beim ersten Treffen – Politik.
Which topics should you avoid at a first meeting?
Salary, weight, illness and politics Food and the venue The host and the room
Auffällig ist, wie sehr gesprochenes Deutsch von kleinen Wörtern lebt, die in keinem Wörterbuch richtig erklärt werden: doch, ja, mal, halt, eben, eigentlich. „Diese Modalpartikeln sind das Öl im Getriebe“, erklärt Okonkwo. „‚Komm mal rüber!‘ klingt freundlich, ‚Komm rüber!‘ klingt wie ein Befehl. Und wer ‚Das ist ja interessant!‘ sagt, signalisiert: Ich höre dir zu, das überrascht mich.“ Deutschlernende vermeiden die Partikeln oft, weil sie unsicher sind – und klingen dadurch strenger, als sie sind.
Why do learners of German often sound stricter than they are?
They avoid the modal particles They speak too loudly They ask too many questions
In Köln, so heißt es, ist Small Talk ohnehin kein Problem. An der Theke kommt man schnell mit Fremden ins Gespräch, und spätestens im Karneval reden alle mit allen. „Da hat Köln es eben leichter als andere Städte“, sagt Okonkwo und lacht. „Aber auch hier gibt es Menschen, die sich in großen Runden unwohl fühlen. Ihnen empfehle ich, sich eine Aufgabe zu suchen: Getränke holen, andere vorstellen, Fotos machen. Wer etwas zu tun hat, kommt ganz von selbst ins Gespräch.“
What does she advise people who feel uncomfortable in big groups?
To give themselves a task, such as fetching drinks To stay at home To talk only about the weather
Und wie beendet man ein Gespräch, ohne unhöflich zu sein? Auch dafür hat die Trainerin eine Formel: kurz zusammenfassen, sich bedanken, einen Grund nennen. „Schön, dass wir uns mal kennengelernt haben! Ich hole mir jetzt noch was zu trinken – wir sehen uns ja bestimmt später noch.“ Niemand nimmt einem so einen Abschied übel. Im Gegenteil: Wer freundlich geht, wird gern wieder angesprochen.
How do you end a conversation politely?
Sum up, say thank you and give a reason Just walk away Look at your phone
Am Ende des Seminars, das wir besucht haben, sollen die Teilnehmenden üben. Ein Ingenieur, der sich anfangs als „hoffnungslosen Fall“ bezeichnet hatte, steht mit einer Lehrerin am Stehtisch und erzählt vom Urlaub an der Nordsee. Nach zehn Minuten muss Okonkwo die beiden unterbrechen. „Sehen Sie“, sagt sie zufrieden. „Es ist doch gar nicht so schwer.“