An invented case, told as a feature in a Cologne newspaper: how a false report spread across the city in a few hours, and what fact-checkers advise. Watch the passive and the genitive.
Es war ein Dienstagmorgen im Februar, als das Foto zum ersten Mal geteilt wurde: der Kölner Hauptbahnhof, angeblich komplett überflutet, das Wasser stand bis zu den Bahnsteigen. „Alle Züge fallen aus! Bleibt zu Hause!“, stand darunter. Innerhalb von drei Stunden wurde der Beitrag über zwanzigtausend Mal weitergeleitet. Das Problem: Das Foto war nicht in Köln aufgenommen worden, sondern sechs Jahre zuvor in einer ganz anderen Stadt.
What was wrong with the photo of the station?
It had been taken years earlier in another city It was a drawing It showed a different station in Cologne
Ein Einzelfall ist das nicht. Falschmeldungen werden heute schneller verbreitet als je zuvor. Der Grund dafür liegt weniger in der Technik als in der Psychologie: Nachrichten, die Angst oder Empörung auslösen, werden besonders häufig geteilt. „Viele Menschen wollen ihre Freunde warnen und denken nicht lange nach“, erklärt der Medienwissenschaftler Prof. Daniel Krüger. „Bis eine Meldung überprüft ist, hat sie oft schon Tausende erreicht.“
Why are some messages shared so often?
They trigger fear or outrage They are very long They come from the police
Hinter manchen Falschmeldungen steckt Absicht. Sie werden gezielt erfunden, um Politik zu machen, Gruppen gegeneinander aufzuhetzen oder mit Klicks Geld zu verdienen. Andere entstehen aus Versehen: Ein altes Foto wird in einen neuen Zusammenhang gestellt, ein Satz wird aus einem langen Interview herausgeschnitten, eine Zahl wird falsch verstanden. Das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Das Vertrauen der Menschen in Informationen sinkt.
How can a false report arise by mistake?
An old photo is put into a new context Journalists are paid per click Computers write it
Um dagegen vorzugehen, haben große Nachrichtenagenturen und Redaktionen eigene Teams von Faktencheckern aufgebaut. Ihre Arbeit gleicht der von Detektiven. Bei dem angeblichen Bahnhofsfoto wurde zum Beispiel eine umgekehrte Bildersuche durchgeführt. So konnte innerhalb weniger Minuten festgestellt werden, wann und wo das Bild ursprünglich veröffentlicht worden war. Außerdem wurde bei der Bahn nachgefragt: Am Kölner Hauptbahnhof hatte es an diesem Morgen keine einzige Störung gegeben.
How did the fact-checkers find out the truth?
With a reverse image search and a question to the railway By asking the man who posted it By visiting the station a week later
Doch man muss kein Profi sein, um Falschmeldungen zu erkennen. Krüger empfiehlt drei einfache Fragen. Erstens: Wer ist die Quelle? Eine Nachricht, deren Absender unbekannt ist, sollte man mit Vorsicht behandeln. Zweitens: Berichten auch andere, seriöse Medien darüber? Wenn eine sensationelle Meldung nur auf einer einzigen Seite zu finden ist, ist das ein Warnsignal. Drittens: Wie alt ist die Information? Viele Falschmeldungen sind in Wirklichkeit alte Geschichten.
What is a warning sign, according to Prof. Krüger?
A sensational report found on only one website A report with many photos A report from a news agency
Eine wichtige Rolle spielen auch die Schulen. In Nordrhein-Westfalen wird Medienkompetenz inzwischen in vielen Fächern unterrichtet. Schülerinnen und Schüler lernen dort, Quellen zu prüfen und die Absicht eines Textes zu erkennen. „Wir können die Verbreitung falscher Nachrichten nicht vollständig verhindern“, sagt Krüger. „Aber wir können dafür sorgen, dass mehr Menschen kurz innehalten, bevor sie auf ‚Teilen‘ klicken.“
Und der Mann, der das Bahnhofsfoto als Erster geteilt hatte? Er meldete sich später bei unserer Redaktion. Er habe das Bild in einer Gruppe gesehen und es wirklich für echt gehalten, schrieb er. „Ich wollte nur helfen. Jetzt prüfe ich zweimal, bevor ich etwas weiterleite.“