A science feature from a magazine for language learners: what memory research says about learning vocabulary. Watch the clauses that say how: indem, dadurch dass, ohne dass, anstatt … zu.
Wer eine Sprache lernt, kennt das Problem: Am Montag hat man zwanzig neue Wörter gelernt, am Freitag sind davon noch fünf übrig. Schon im 19. Jahrhundert untersuchte der Psychologe Hermann Ebbinghaus dieses Phänomen, indem er sich selbst sinnlose Silben einprägte und regelmäßig testete, wie viele er noch wusste. Das Ergebnis, die sogenannte Vergessenskurve, ist bis heute bekannt: Den größten Teil des Gelernten vergessen wir in den ersten Tagen.
What did Ebbinghaus find out?
We forget most of what we learn in the first days We remember everything for a week Syllables are easier than words
Die gute Nachricht: Man kann das Vergessen bremsen. Der wichtigste Trick heißt verteiltes Lernen. Anstatt zwei Stunden am Stück zu pauken, sollte man die Wörter in größer werdenden Abständen wiederholen – zum Beispiel nach einem Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche und nach einem Monat. Dadurch, dass das Gehirn das Wort immer wieder aus dem Gedächtnis holen muss, wird die Verbindung jedes Mal stärker. Viele Lern-Apps arbeiten heute nach diesem Prinzip.
What is spaced learning?
Repeating words at growing intervals Learning for two hours at a stretch Learning only at weekends
Ebenso wirksam ist das Abfragen. In zahlreichen Studien schnitten Versuchspersonen, die sich selbst testeten, deutlich besser ab als solche, die ihre Notizen nur mehrmals durchlasen. Forscher sprechen vom Testeffekt. „Beim Lesen haben wir das Gefühl, alles zu verstehen“, erklärt die Lernpsychologin Dr. Sarah Kühn. „Aber erst wenn wir versuchen, ein Wort aktiv abzurufen, merken wir, was wir wirklich wissen. Und genau diese Anstrengung macht das Gedächtnis stabil.“
What is the testing effect?
People who test themselves do better than those who reread Tests make people nervous Reading notes is the best method
Auch der Schlaf spielt eine überraschend große Rolle. Während wir schlafen, sortiert das Gehirn die Eindrücke des Tages und überträgt wichtige Informationen ins Langzeitgedächtnis. Wer abends noch einmal zehn Minuten Vokabeln wiederholt und dann schlafen geht, behält mehr, ohne dass er zusätzlich lernen muss. Eine durchlernte Nacht vor der Prüfung ist dagegen keine gute Idee: Ohne Schlaf geht ein Teil des Gelernten wieder verloren.
Why is a night without sleep before an exam a bad idea?
Part of what you learned is lost again You can't read properly The exam starts early
Außerdem lernen wir Wörter leichter, indem wir sie mit Bildern, Gefühlen oder Geschichten verbinden. Isolierte Listen sind für das Gehirn langweilig. Besser ist es, ein neues Wort in einem eigenen Satz zu verwenden, der etwas mit dem eigenen Leben zu tun hat. Wer „die Verspätung“ lernt, merkt sich das Wort besser mit dem Satz „Mein Zug nach Köln hatte gestern zwei Stunden Verspätung“ als mit der bloßen Übersetzung.
How do we learn words more easily?
By linking them to images, feelings or stories By learning long lists By writing them out ten times
Gedächtniskünstler nutzen eine noch ältere Technik: die Methode der Orte. Dabei stellt man sich einen bekannten Weg vor, etwa den Weg durch die eigene Wohnung, und legt in Gedanken an jeder Station ein Wort ab. Die Methode war schon in der Antike bekannt. Für den Alltag ist sie vielleicht etwas aufwendig, aber sie zeigt, wie sehr unser Gedächtnis in Räumen denkt.
Was bedeutet das für den Lernalltag? Kühn rät zu kurzen, regelmäßigen Einheiten: lieber jeden Tag fünfzehn Minuten als einmal pro Woche zwei Stunden. Dabei sollte man sich aktiv abfragen, Wörter in Sätzen benutzen und Fehler nicht als Niederlage sehen. „Wer einen Fehler macht und ihn korrigiert, lernt oft mehr, als wenn alles sofort richtig ist“, sagt sie. Vergessen gehört also zum Lernen dazu – man darf es nur nicht gewinnen lassen.
What does Dr Kühn recommend?
Short, regular sessions every day Two hours once a week Learning only before exams