A report from a Cologne newspaper about a project that brings together families without grandparents nearby and older people who'd like to spend time with children. Watch the nouns and adjectives that bring their own preposition.
Jeden Dienstag um halb vier klingelt es bei Familie Aydemir in Köln-Kalk. Vor der Tür steht Gisela Brandt, 71 Jahre alt, mit einer Tasche voller Bücher. Kaum hat sie die Wohnung betreten, hängen schon zwei Kinder an ihrem Hals. „Oma Gisela!“, rufen Emir, sechs, und seine Schwester Lina, vier. Dabei ist Gisela Brandt gar nicht ihre Oma. Sie ist eine Wunschgroßmutter.
Who is Gisela Brandt?
A grandmother by choice for the Aydemir children The children's real grandmother A paid babysitter
Die Idee ist einfach: Viele junge Familien leben weit weg von ihren eigenen Eltern. Die Großeltern wohnen in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land. Gleichzeitig gibt es viele ältere Menschen, die gern Zeit mit Kindern verbringen würden, aber keine eigenen Enkel haben – oder deren Enkel längst erwachsen sind. Ein Verein in Köln bringt beide Seiten zusammen. Inzwischen haben sich über zweihundert „Großelternpaare auf Zeit“ gefunden.
What does the association do?
It brings families and older people together It runs a kindergarten It finds flats for students
„Wir sind dem Verein unglaublich dankbar für diese Vermittlung“, sagt Selin Aydemir, die Mutter von Emir und Lina. Ihre eigenen Eltern leben in Izmir, die Schwiegereltern in Hamburg. „Wir arbeiten beide Vollzeit, und am Anfang waren wir völlig abhängig von der Kita und von Babysittern, die ständig wechselten. Mit Gisela ist das anders. Die Kinder haben Vertrauen zu ihr, und sie hat eine unglaubliche Geduld mit ihnen.“
Where do Selin Aydemir's parents live?
In Izmir In Hamburg In Cologne
Für Gisela Brandt ist der Dienstag der schönste Tag der Woche. Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie sich lange einsam gefühlt. „Ich hatte Angst vor dem Alleinsein“, erzählt sie offen. „Meine Tochter wohnt in Kanada, meine Enkel sehe ich nur einmal im Jahr. Hier werde ich gebraucht. Ich bin richtig stolz auf die beiden, wenn Emir mir ein türkisches Wort beibringt oder Lina mir ein Bild schenkt.“
Why is Tuesday so important to Gisela?
She feels needed and no longer alone It's her day off She sees her daughter
Damit die Beziehungen funktionieren, nimmt sich der Verein viel Zeit für das Kennenlernen. Zuerst gibt es ein langes Gespräch, in dem es um Erwartungen geht: Wie oft möchte man sich sehen? Welche Aufgaben sind in Ordnung? „Wichtig ist, dass niemand ausgenutzt wird“, sagt die Projektleiterin Dr. Anke Lehmann. „Die Großeltern auf Zeit sind keine kostenlosen Babysitter. Es geht um eine echte Beziehung, nicht um einen Dienst.“ Geld fließt deshalb keines.
Why is no money paid?
It's about a real relationship, not a service The association pays instead The families can't afford it
Natürlich gibt es auch Konflikte. Manche Senioren haben wenig Verständnis für moderne Erziehung, manche Eltern sind unzufrieden mit zu vielen Süßigkeiten. „Das ist bei echten Großeltern ja nicht anders“, sagt Lehmann und lacht. Bei Problemen vermittelt der Verein. Nur selten gehen die Paare auseinander; viele Beziehungen halten über Jahre.
Bei Familie Aydemir ist es inzwischen kurz vor sechs. Gisela Brandt hat zwei Bücher vorgelesen, mit den Kindern Pfannkuchen gebacken und ein Puzzle angefangen, das nächste Woche fertig werden soll. Als sie ihren Mantel anzieht, fragt Lina: „Kommst du morgen wieder?“ – „Nein, mein Schatz, nächsten Dienstag“, antwortet sie. „Aber ich freue mich jetzt schon darauf.“