An essay in a weekend magazine: what people regret at the end of their lives — and what the Konjunktiv II of the past has to do with it. Watch hätte, wäre and the wishes with doch nur.
„Hätte ich doch nur …“ – mit diesen drei Wörtern beginnen viele Sätze, die Menschen am Ende ihres Lebens sagen. Die australische Pflegerin Bronnie Ware hat jahrelang Sterbende begleitet und ihnen zugehört. Ihre Beobachtungen hat sie zuerst in einem Blog und später in einem Buch aufgeschrieben, das in viele Sprachen übersetzt wurde, auch ins Deutsche. Es heißt: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“.
Who is Bronnie Ware?
An Australian carer who looked after dying people A German psychologist A travel writer
Das häufigste Bedauern lautete: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben – und nicht das, was andere von mir erwartet haben.“ Viele ihrer Patientinnen und Patienten erzählten von Träumen, die sie nie verwirklicht hatten. Sie wären gern gereist, hätten gern einen anderen Beruf gelernt oder wären gern in eine andere Stadt gezogen. Doch die Angst vor dem Urteil der anderen war größer gewesen.
What was the most common regret?
Not having had the courage to live one's own life Not having earned more money Not having bought a house
An zweiter Stelle stand ein Satz, den Ware vor allem von Männern hörte: „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“ Sie hätten die Kindheit ihrer Kinder verpasst, sagten viele, und zu wenig Zeit mit ihrer Partnerin verbracht. Die weiteren Punkte auf der Liste: Man hätte öfter über seine Gefühle sprechen, den Kontakt zu alten Freunden halten und sich selbst erlauben sollen, glücklicher zu sein.
What did many men regret?
Having worked so much Having moved too often Having married too young
Das Erstaunliche an dieser Liste ist, was darauf fehlt. Niemand bereute, dass er kein größeres Haus oder kein schnelleres Auto gehabt hatte. „Am Ende zählen Beziehungen, nicht Besitz“, sagt die Kölner Psychologin Dr. Ulrike Sander, die sich mit dem Thema Bedauern beschäftigt. Studien zeigen außerdem: Langfristig bereuen wir eher die Dinge, die wir nicht getan haben, als die, die wir getan haben.
What did nobody regret?
Not having had a bigger house or a faster car Not having had more friends Not having travelled
Warum ist das so? „Wenn wir etwas tun und es schiefgeht, ärgern wir uns zwar zunächst“, erklärt Sander. „Aber wir lernen daraus und finden irgendwann eine Erklärung. Eine verpasste Chance dagegen bleibt offen. Wir fragen uns ein Leben lang: Was wäre gewesen, wenn …? Und in unserer Fantasie ist der Weg, den wir nicht gegangen sind, immer der schönere.“
Why do missed chances stay with us longer?
They remain open and we keep imagining what would have been We forget them quickly Other people keep reminding us
Heißt das, wir sollten alles sofort ändern? Nein, sagt die Psychologin. Bedauern sei nicht nur negativ, sondern könne auch ein Wegweiser sein. „Wer merkt, dass er sich zu wenig um seine Freundschaften gekümmert hat, kann heute noch anrufen. Die meisten Dinge, die wir bereuen, lassen sich zumindest teilweise nachholen – solange wir nicht zu lange warten.“
What can regret also be, according to Dr Sander?
A signpost An illness A waste of time
Bronnie Ware schreibt, die Gespräche mit den Sterbenden hätten ihr eigenes Leben verändert. Die Frage, die sich daraus ergibt, könnte auch für uns eine gute sein: Was würde ich am Ende meines Lebens bereuen, wenn ich so weitermache wie bisher? Wer darauf eine ehrliche Antwort findet, muss später vielleicht nicht sagen: Hätte ich doch nur.