An invented newspaper report on a heated council debate in Cologne. Every opinion the reporter passes on is in the Konjunktiv I — sei, habe, werde, könne — so the paper doesn't take sides.
Die Rheinuferstraße in der Kölner Innenstadt soll im kommenden Sommer an vier Sonntagen für Autos gesperrt werden. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend nach einer mehr als dreistündigen Debatte mit knapper Mehrheit beschlossen. Statt Autos sollen an den Aktionstagen Fußgänger, Radfahrer und Skater die Straße nutzen. Geplant sind außerdem Märkte, Konzerte und Spielangebote für Kinder.
What did the council decide?
To close the riverside road to cars on four Sundays To close it permanently To build a new road
Eine Sprecherin der Stadtverwaltung verteidigte das Projekt. Die Rheinuferstraße sei eine der schönsten Lagen der Stadt, sagte sie, werde aber fast ausschließlich vom Durchgangsverkehr genutzt. Mit den autofreien Sonntagen wolle man ausprobieren, wie die Menschen den gewonnenen Raum annehmen. Es gehe nicht darum, Autofahrer zu bestrafen, sondern darum, neue Möglichkeiten zu entdecken. Die Kosten für die vier Aktionstage lägen bei rund 200.000 Euro; ein Teil davon werde durch Sponsoren gedeckt.
What does the city administration want to find out?
How people use the space they gain How fast cars can drive there How many tourists come
Kritik kam vor allem aus der Opposition und vom Einzelhandel. Ein Vertreter der Händler erklärte, viele Geschäfte in der Altstadt lebten vom Sonntagsverkehr der Touristen. Wenn die Straße gesperrt werde, würden viele Besucher gar nicht erst kommen. Außerdem habe man die Betroffenen viel zu spät informiert. Man sei grundsätzlich offen für neue Ideen, aber nicht auf Kosten der kleinen Betriebe.
Why are the retailers against it?
Many shops live on tourists coming on Sundays They want to open on Sundays They need the road for deliveries
Auch Anwohner der umliegenden Viertel äußerten Bedenken. Eine Bürgerinitiative befürchtet, der Verkehr werde sich an den Aktionstagen in die engen Straßen der Südstadt verlagern. Ihr Sprecher sagte, schon an normalen Wochenenden gebe es dort zu wenige Parkplätze. Er forderte, die Stadt müsse vorher ein Konzept für Umleitungen und zusätzliche Busse vorlegen. Außerdem sei unklar, wie Lieferdienste und Pflegekräfte die Häuser an den Aktionstagen erreichen sollten.
What do residents of the neighbouring districts fear?
That traffic will shift into their narrow streets Noise from the concerts Rising rents
Die Befürworter verwiesen dagegen auf Erfahrungen aus anderen Städten. In mehreren europäischen Metropolen seien Uferstraßen bereits dauerhaft für Autos gesperrt worden, betonte eine Ratsfrau. Die anfänglichen Befürchtungen hätten sich dort nicht bestätigt; im Gegenteil, Gastronomie und Handel hätten sogar profitiert. Köln könne von diesen Beispielen lernen, statt immer nur über Probleme zu diskutieren. Ein Jugendvertreter ergänzte, gerade junge Menschen wünschten sich mehr Orte in der Stadt, an denen man sich ohne Konsumzwang treffen könne.
Die Polizei hat nach eigenen Angaben keine grundsätzlichen Bedenken. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, man werde die Sperrungen mit zusätzlichen Kräften begleiten. Wichtig sei, dass Rettungswagen jederzeit durchkommen könnten. Dafür werde eine Fahrspur für Notfälle frei gehalten. Die Verkehrsbetriebe kündigten an, an den Aktionstagen mehr Straßenbahnen einzusetzen.
What does the police consider important?
That ambulances can get through at any time That nobody uses bikes That the markets close early
Nach dem Ende der Testphase soll ausgewertet werden, wie viele Menschen die Angebote genutzt haben und wie sich der Verkehr in den Nachbarvierteln entwickelt hat. Die Stadtverwaltung kündigte an, die Ergebnisse im Herbst vorzulegen. Erst dann werde entschieden, ob es im nächsten Jahr weitere autofreie Sonntage geben solle – oder ob die Rheinuferstraße wieder ganz den Autos gehöre.